Montag, 7. Juni 2010
Wie ist man wirklich ein Zeugnis das Evangelium?
In den letzten Tagen habe ich besonders von den jüngeren Delegierten die Kritik gehört, dass Edinburgh 2010 zu akademisch ist. Das ist ja in dem Studienprozess schon angelegt gewesen, der vor allem von Missionstheologen getragen wurde. Interessant war dann zu sehen, dass uns auf der Konferenz ein Essayband mit Beiträgen von jungen Theologen aus aller Welt ausgehändigt wurde. Besonders beeindruckte mit ein Essay von einem jungen Mann aus Myanmar über gewaltfreien Widerstand nach Jesu Vorbild. Die Essays waren sehr breit gefächert, sie hatten aber eines gemeinsam: Man konnte aus ihnen nicht herauslesen, was für ein Leben die Schreiber/innen führen und ob auch sie ein Zeugnis für Christus neben dem Geschriebenen abgeben. Ich glaube, dass ist auch der Grund, warum soviele Sonntagspredigten ohne Effekt bleiben. Die wirkungsvollste Predigt ist immer noch unser Leben. Es geht um mehr, als darum ein guter Mensch zu sein und jeden Tag eine gute Tat zu tun. Unser Leben als Christen muss herausstechen und Leute zum Nachdenken bringen. Während ich diese Zeilen schreibe denke und bete ich darüber nach, wie das bei mir aussehen kann.
Sonntag, 6. Juni 2010
Ein Fest der Vielfalt
Unten in der Assembly Hall findet garade die Abschluss-Feier von "Edinburgh 2010" statt. Eine tolle Veranstaltung!at
Gerade tanzen junge Inderinnen das Evangelium zu indischen Klängen. Gleich zu Beginn hat der erste Auftritt des Scotland African Gospel Choir, aus afrikanischen Gemeinden hier in Edinburgh, die Anwesenden mit Praise & Worship aus den Sitzen gehoben. John Bell von der Iona Community, der die Gottesdienste und Andachten während der ganzen Konferenz wesentlich gestaltet hat, hat eine wunderbare Gabe, einen Saal mit einfachen Anweisungen und Gesten zum Singen wunderschöner Lieder aus aller Welt zu bringen!
Also alles in Allem: Ich glaube, ich kann sagen, "Edinburgh 2010" hat mich überzeugt, dass Mission nichts Böses ist.
Unsere gemeinsame Mission ist ein kunterbundes Fest von Gottes Schöpfung, Freude am gegenseitigen Weitererzählen und Zuhören unserer reichen Erfahrungen, und Lust daran, gemeinsam ein Stück dazu beizutragen, dass Gottes Plan von liebevollem und gerechten Leben dort, wo wir gerade sind, ein Stück mehr Wirklichkeit wird. - Halleluja :o)
Wie klingt das? :o)
Gerade tanzen junge Inderinnen das Evangelium zu indischen Klängen. Gleich zu Beginn hat der erste Auftritt des Scotland African Gospel Choir, aus afrikanischen Gemeinden hier in Edinburgh, die Anwesenden mit Praise & Worship aus den Sitzen gehoben. John Bell von der Iona Community, der die Gottesdienste und Andachten während der ganzen Konferenz wesentlich gestaltet hat, hat eine wunderbare Gabe, einen Saal mit einfachen Anweisungen und Gesten zum Singen wunderschöner Lieder aus aller Welt zu bringen!
Also alles in Allem: Ich glaube, ich kann sagen, "Edinburgh 2010" hat mich überzeugt, dass Mission nichts Böses ist.
Unsere gemeinsame Mission ist ein kunterbundes Fest von Gottes Schöpfung, Freude am gegenseitigen Weitererzählen und Zuhören unserer reichen Erfahrungen, und Lust daran, gemeinsam ein Stück dazu beizutragen, dass Gottes Plan von liebevollem und gerechten Leben dort, wo wir gerade sind, ein Stück mehr Wirklichkeit wird. - Halleluja :o)
Wie klingt das? :o)
Samstag, 5. Juni 2010
Der "Common Call" - die Kirchen rücken näher zusammen
Gerade wurde im Plenum der "Common call" vorgestellt. Wie sieht die gemeinsame Vision von Mission von Evangelikalen, Pfingstlern, Katholiken, Lutheranern usw aus? Kann es so etwas überhaupt geben? Zunächst das Positive: Die Perspektiven scheinen sich tatsächlich anzunähern und die Themen von weltweitem Engagement für gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung werden mehrfach angesprochen und sind, das ist mein Eindruck aus der Konferenz, auch im "rechten" Spektrum der Christenheit immer wichtiger als Bestandteil von Mission. Z.B. der Satz: "Trusting in the Triune God, we are called to incarnate and proclaim the good news of salvation for a fallen world, of life in abundance, and of liberation for all poor and oppressed in such s way that we are a living demonstration of the love, righteousness and justice that God intends for the whole world." Allerdings werden die anderen Religionen weiterhin als passive Empfangende von Mission verstanden. Eine positive Zusammenarbeit mit den anderen Religionen in verschiedenen Bereichen scheint nicht Teil der Mission zu sein, zumindest ist das kein Konsens. Allerdings ist das nur der Entwurf, morgen werden wir die neue Version hören, und der interreligiöse Dialog ist dann hoffentlich auch dabei.
Meine anderen Texte
Ups... jetzt ist die Konferenz ja schon fast zuende. Gerade läuft im großen Saal das Abschluss-Plenum "Auf dem Weg zu einem 'Gemeinsamen Aufruf'. Zeit zur Reflextion also.
Schon beim Mittagsessen haben wir deutschen Delegierten zusammengesetzen, um uns auszutauschen, was wir von dieser Konferenz halten. Und am späten Nachmittag haben wir Lutheraner zusammengesessen, um zu gucken, wie wir mit den Ergebnissen dieser Konferenz weiterarbeiten können...
Aber bevor ich dazu komme, meine Ergebnis-Gedanken zu ordnen, arbeite ich gerade noch unter Hochdruck an ein, zwei anderen Texte.
Deshalb erlaube ich mir hier einen Link, zu den Artikeln - den genauer ausformulierten Gedanken -, die ich über diese Konferenz geschrieben habe:
http://www.edinburgh2010.org/de/news.html
Schon beim Mittagsessen haben wir deutschen Delegierten zusammengesetzen, um uns auszutauschen, was wir von dieser Konferenz halten. Und am späten Nachmittag haben wir Lutheraner zusammengesessen, um zu gucken, wie wir mit den Ergebnissen dieser Konferenz weiterarbeiten können...
Aber bevor ich dazu komme, meine Ergebnis-Gedanken zu ordnen, arbeite ich gerade noch unter Hochdruck an ein, zwei anderen Texte.
Deshalb erlaube ich mir hier einen Link, zu den Artikeln - den genauer ausformulierten Gedanken -, die ich über diese Konferenz geschrieben habe:
http://www.edinburgh2010.org/de/news.html
Die „Regenbogenmethode“ und Mission als „Networking“?
Die Konferenz geht schon ihrem Ende zu. So schnell verging die Zeit! Seit der Eröffnungsveranstaltung halten Twitter updates, … die anderen beiden „communications volunteers“ und mich auf Trapp. Jetzt versuche ich mal anstelle von kurzen Informationsfetzen ein paar Gedanken zu formulieren.
"Mission und Einheit: Ekklesiologie und Mission" - so lautet der Titel der Studiengruppe, auf die ich am meisten gespannt war und an der ich am Freitagnachmittag teilnahm. Nicht nur das Thema, sondern auch die verwendete „Regenbogenmethode“ interessierte mich sehr. So begann diese Sitzung nicht mit langen Vorträgen, sondern die Delegierten teilten sich nach eine kurzen Einleitung ins Thema und einer ausführlichen Erklärung der „Regenbogenmethode“ in die jeweils mit verschiedenen Farben versehenen Gruppen Jugend, Pfingstkirchen, Indien, „subaltern voices“, Kontextualisierung und RWB/ LWB auf.
Ich gesellte mich zur roten Regenbogengruppe „Jugend“. Zuerst trug Fr Vineeth Koshy aus Indien seine Gedanken zum Thema „Jugend“ vor. Diese könnte man unter vier Punkten zusammenfassen: 1. Das Wesen Gottes ist Kreativität, daher sollen wir junge Menschen in einer kreativen Weise einbeziehen, 2. Die Wahrnehmung des Kontexts ist wichtig, 4.Gemeinschaft ist bedeutend und ebenso ist es wichtig, Barmherzigkeit zu üben (4.). Allerdings war sein Referat so lang, dass wir fast keine Zeit mehr hatten, diese Punkte und was sie mit „Mission und Einheit“ zu tun haben könnten zu diskutieren. Schade, dachte ich, die tolle Regenbogenmethode funktioniert in solchen Fällen eben auch nicht. Eigentlich hätten wir Fragen beantworten sollten und unsere Gedanken dann nachher den anderen Gruppen mitteilen. Einige ältere Herren äußerten ihren Unmut darüber, dass ihnen keine Zeit gegeben wurde um zu diskutieren. Irgendwie blieben wir dann doch länger in den Kleingruppen und versuchten die Fragen des Studienthemas 8 http://bit.ly/a9qUhL zu beantworten.
Dann wurden die Regenbogengruppen gemischt! Ich blieb bei „Jugend“, zu uns kamen ein paar Delegierte der Regenbogengrupp „Pfingstbewegungen“. Die Diskussion um die sehr guten und zentralen Fragen http://bit.ly/a9qUhL ging weiter. Bei der Diskussion wie wir Mission verstehen wurden immer wieder die beiden Begriffe „Freundschaft“ und „Partnerschaft“ verwendet. In diesem Zusammenhang fand ich Prof. Dana L. Robert (Boston University) Vorschlag sehr interessant. Robert, die bereits am ersten Tag einen super Eröffnungsvortrag gehalten hatte, wandte sich dagegen Mission vorranging als „Partnerschaft“ zu verstehen. Sie schlug vor, Mission von dem Gedanken des „networking“ her zu betrachten. Menschen die „networking“ betreiben, so Robert, verwenden jeweils die Methode, die sie als angemessen betrachten. Interessante Idee, aber ist „networking“ nicht oft exklusiv oder elitär? Hoffentlich habe ich noch die Gelegenheit herausfinden was damit genau gemeint ist …
Anschließend sollten die Regenbogenfarben wieder miteinander verfließen, d.h. die Regenbogengruppen wurden wieder neu gemischt und fanden sich dann unter den oben genannten Themen zusammen. Allerdings sollte es nur noch fünf, nicht mehr sechs Gruppen geben und die Regenbogenfarbe rot verschwand ganz. Es gab also keine Gruppe „Jugend“ mehr! Stand hinter dieser Entscheidung die Hoffnung, dass dadurch das „Jugendthema“ in alle anderen Regenbogengruppen eingebracht wird? Das wäre ja super! Ich habe allerdings den Eindruck, dass dieser Idealfall eher nicht eingetreten ist.
Natürlich ist die Einführung einer anderen Methode kein Allheilmittel, dennoch fand ich es eine gute Idee die „Regenbodenmethode“ auszuprobieren und sie erlaubte auf jeden Fall, dass alle Delegierte die Möglichkeit hatten, sich an der Diskussion zu beteiligen.
Das war nur ein kleiner Einblick! Von bereichernden Begegnungen, interessanten Gesprächen, … gäbe es natürlich noch viel zu erzählen ….
"Mission und Einheit: Ekklesiologie und Mission" - so lautet der Titel der Studiengruppe, auf die ich am meisten gespannt war und an der ich am Freitagnachmittag teilnahm. Nicht nur das Thema, sondern auch die verwendete „Regenbogenmethode“ interessierte mich sehr. So begann diese Sitzung nicht mit langen Vorträgen, sondern die Delegierten teilten sich nach eine kurzen Einleitung ins Thema und einer ausführlichen Erklärung der „Regenbogenmethode“ in die jeweils mit verschiedenen Farben versehenen Gruppen Jugend, Pfingstkirchen, Indien, „subaltern voices“, Kontextualisierung und RWB/ LWB auf.
Ich gesellte mich zur roten Regenbogengruppe „Jugend“. Zuerst trug Fr Vineeth Koshy aus Indien seine Gedanken zum Thema „Jugend“ vor. Diese könnte man unter vier Punkten zusammenfassen: 1. Das Wesen Gottes ist Kreativität, daher sollen wir junge Menschen in einer kreativen Weise einbeziehen, 2. Die Wahrnehmung des Kontexts ist wichtig, 4.Gemeinschaft ist bedeutend und ebenso ist es wichtig, Barmherzigkeit zu üben (4.). Allerdings war sein Referat so lang, dass wir fast keine Zeit mehr hatten, diese Punkte und was sie mit „Mission und Einheit“ zu tun haben könnten zu diskutieren. Schade, dachte ich, die tolle Regenbogenmethode funktioniert in solchen Fällen eben auch nicht. Eigentlich hätten wir Fragen beantworten sollten und unsere Gedanken dann nachher den anderen Gruppen mitteilen. Einige ältere Herren äußerten ihren Unmut darüber, dass ihnen keine Zeit gegeben wurde um zu diskutieren. Irgendwie blieben wir dann doch länger in den Kleingruppen und versuchten die Fragen des Studienthemas 8 http://bit.ly/a9qUhL zu beantworten.
Dann wurden die Regenbogengruppen gemischt! Ich blieb bei „Jugend“, zu uns kamen ein paar Delegierte der Regenbogengrupp „Pfingstbewegungen“. Die Diskussion um die sehr guten und zentralen Fragen http://bit.ly/a9qUhL ging weiter. Bei der Diskussion wie wir Mission verstehen wurden immer wieder die beiden Begriffe „Freundschaft“ und „Partnerschaft“ verwendet. In diesem Zusammenhang fand ich Prof. Dana L. Robert (Boston University) Vorschlag sehr interessant. Robert, die bereits am ersten Tag einen super Eröffnungsvortrag gehalten hatte, wandte sich dagegen Mission vorranging als „Partnerschaft“ zu verstehen. Sie schlug vor, Mission von dem Gedanken des „networking“ her zu betrachten. Menschen die „networking“ betreiben, so Robert, verwenden jeweils die Methode, die sie als angemessen betrachten. Interessante Idee, aber ist „networking“ nicht oft exklusiv oder elitär? Hoffentlich habe ich noch die Gelegenheit herausfinden was damit genau gemeint ist …
Anschließend sollten die Regenbogenfarben wieder miteinander verfließen, d.h. die Regenbogengruppen wurden wieder neu gemischt und fanden sich dann unter den oben genannten Themen zusammen. Allerdings sollte es nur noch fünf, nicht mehr sechs Gruppen geben und die Regenbogenfarbe rot verschwand ganz. Es gab also keine Gruppe „Jugend“ mehr! Stand hinter dieser Entscheidung die Hoffnung, dass dadurch das „Jugendthema“ in alle anderen Regenbogengruppen eingebracht wird? Das wäre ja super! Ich habe allerdings den Eindruck, dass dieser Idealfall eher nicht eingetreten ist.
Natürlich ist die Einführung einer anderen Methode kein Allheilmittel, dennoch fand ich es eine gute Idee die „Regenbodenmethode“ auszuprobieren und sie erlaubte auf jeden Fall, dass alle Delegierte die Möglichkeit hatten, sich an der Diskussion zu beteiligen.
Das war nur ein kleiner Einblick! Von bereichernden Begegnungen, interessanten Gesprächen, … gäbe es natürlich noch viel zu erzählen ….
Freitag, 4. Juni 2010
Geschichte kehrt sich um
Habe gerade mit dem Vorsitzenden der Church of Pentecost gesprochen: Apostel Dr. Opoku Onyinah aus Ghana. Seine Kirche gibt es in 81 Ländern weltweit. In Deutschland haben sie mindesten 15 Kirchen. In Hamburg zwei Pastoren. (Zum Glück hatte ich mit einem von ihnen immerhin schon einmal telefoniert. :o)
Seine Kirche schickt Missionare in alle Welt. Und natürlich, so Dr. Onyinah, erreichen diese zuerst und am besten ihre Landsleute in der Diaspra (Diesen Begriff benutzte er!).
Und es sei ja in Europa heute genauso wie in der Zeit der europäischen Missionare in Afrika: Deutsche erreichen andere Deutsche in der Mission ebenso viel besser, wie damals Afrikaner die Afrikaner viel besser erreicht haben. - Also, so deute ich das, die eigentliche Arbeit in der Mission getan haben.
Es komme also auf gute Zusammenarbeit an.
Kommt mir vor, als habe ich gerade mit dem ghanaischen "EKD-Auslandsbischof" gesprochen. Mit dem Unterschied: Würde ein ghanaischer Journalist in Accra mit unserem Auslansbischof sprechen, dann hätte der kein Konzept für Mission in Ghana.
Auf der Weltmissionskonferenz 1910 hier in Edinburgh wäre es genau umgekehrt gewesen: Europäische Vertreter ihrer Kirchen planten die Mission in Afrika.
Aber die einheimlichen Afrikaner waren nicht einmal dabei, um sagen zu können, wie man Afrikaner wirklich mit dem Evangelium erreicht ...
Seine Kirche schickt Missionare in alle Welt. Und natürlich, so Dr. Onyinah, erreichen diese zuerst und am besten ihre Landsleute in der Diaspra (Diesen Begriff benutzte er!).
Und es sei ja in Europa heute genauso wie in der Zeit der europäischen Missionare in Afrika: Deutsche erreichen andere Deutsche in der Mission ebenso viel besser, wie damals Afrikaner die Afrikaner viel besser erreicht haben. - Also, so deute ich das, die eigentliche Arbeit in der Mission getan haben.
Es komme also auf gute Zusammenarbeit an.
Kommt mir vor, als habe ich gerade mit dem ghanaischen "EKD-Auslandsbischof" gesprochen. Mit dem Unterschied: Würde ein ghanaischer Journalist in Accra mit unserem Auslansbischof sprechen, dann hätte der kein Konzept für Mission in Ghana.
Auf der Weltmissionskonferenz 1910 hier in Edinburgh wäre es genau umgekehrt gewesen: Europäische Vertreter ihrer Kirchen planten die Mission in Afrika.
Aber die einheimlichen Afrikaner waren nicht einmal dabei, um sagen zu können, wie man Afrikaner wirklich mit dem Evangelium erreicht ...
Die Gretchenfrage der Mission
Welche theologische Bedeutung man anderen Religionen beimisst ist sicherlich die Gretchenfrage der Mission. Solange es bei allgemeinen Aussagen bleibt wie "Spreading the Gospel", die sehr verschiedenen verstanden werden koennen ist alles prima. Gestern in meiner Arbeitsgruppe "Christian Mission among other faiths" wurde in einer Podiumsdiskussion die Frage gestellt: Haben andere Religionen Wege zum Heil? Ein Mitglied der Kommission fuer Weltmission und Evangelisation des WCC sagte: Nein, aber das Christentum auch nicht. Nur Jesus Christus kann das Heil bringen. Da gab es ein gewisses Protestmurmeln unter einigen Delegierten. Aber dummerweise war die Podiumsdiskussion dann auch schon vorbei und die Frage konnte nicht weiter verfolgt werden... Eine der Sitzungsleitungen, eine Frau aus Indien, nannte unser Thema vermals explizit "Christian Faith among other Faiths" anstatt dem im Progamm ausgewiesenen. Das war ein guter Einfall.
Zwei Meinungen zur Konferenz scheint es zu geben: Die erste, dass es gut ist, dass wir uns ueberhaupt treffen und ueber diese Dinge reden, und die zweite, dass wir die schwierigen Fragen angehen muessen und zu einem Ergebnis kommen, das man in den Heimatlaendern vorweisen kann. Was meint ihr?
Zwei Meinungen zur Konferenz scheint es zu geben: Die erste, dass es gut ist, dass wir uns ueberhaupt treffen und ueber diese Dinge reden, und die zweite, dass wir die schwierigen Fragen angehen muessen und zu einem Ergebnis kommen, das man in den Heimatlaendern vorweisen kann. Was meint ihr?
Donnerstag, 3. Juni 2010
Mission ist ...
Eine Definition aus einem der Beiträge in dem Forum über "Formen von Mission" ist bei mir hängen geblieben:
Mission ist Hoffnung zu anderen Menschen zu bringen.
Das hat was. Da ist zwar einerseits die Gefahr von falschen Versprechungen drin. Aber positiv gewendet, kann man ja Hoffnung in einem Menschen sowohl durch das wachsen, was er oder sie hört, z.B. eben die befreiende Botschaft von Jesus Christus. Andererseits kann Hoffnung auch durch konkretes Handeln oder auch Einsatz, z.B. für die Umwelt gefördert werden...
Mission ist Hoffnung zu anderen Menschen zu bringen.
Das hat was. Da ist zwar einerseits die Gefahr von falschen Versprechungen drin. Aber positiv gewendet, kann man ja Hoffnung in einem Menschen sowohl durch das wachsen, was er oder sie hört, z.B. eben die befreiende Botschaft von Jesus Christus. Andererseits kann Hoffnung auch durch konkretes Handeln oder auch Einsatz, z.B. für die Umwelt gefördert werden...
Drei Gedanken aus der Eröffnung
Jetzt ist es Mittagszeit am ersten vollen Konferenztag, und ich finde, es gibt schon jetzt eine Menge zu verdauen, oder besser: bedenken.
Erster Gedanke: Der Vorsitzende des Aussschusses, der "Edinburgh 2010" vorbereitet hat, Andrew Anderson, sagte gestern im Rahmen des Begrüßungsabends: „Vielleicht sehen wir hier zum ersten Mal die Welt-Kirchen.“ Er meinte damit, dass es noch nie so eine Bandbreite von Kirchen, Konfessionen und Missionstraditionen gegeben habe, die gemeinsam zu einer Konferenz einladen. Orthodoxe, Anglikaner, Lutheraner, Reformierte, Methodisten, Baptisten, Siebenten-Tags-Adventisten, römische Katholiken, Evangelikale, Pfingstler und Unabhängige. - Das ist doch schon einmal was, oder?
Dann heute morgen Olav Fykse Tveit, der neue Generalsekretär des Weltkirchenrates. Er sagte bei der offiziellen Eröffnungs-Zeremonie: „Niemand braucht triumphalistische Bewegungen und Kirchen.“ -
Eine wichtige Erinnerung daran, was den Begriff 'Mission' zu einem Un-Wort gemacht hat. Mal sehen, ob es dazu ein paar hilfreiche Beiträge auf dieser Konferenz geben wird.
Und dann der Grundsatz-Vortrag von Dana L. Robert, Professorin für Weltchristenheit und Missionsgeschichte in Bosten. Sie machte Mut mit der Erklärung: „In der Lebenszeit der hier versammelten Menschen hat die Christenheit eine der größten Veränderungen in ihrer 2000-jährigen Geschichte vollzogen. Sie ist heute eine multikulturelle Religion mit Gläubigen in allen bewohnten Kontinenten.“ -
Na, wenn wir uns anfangen so zu benehmen und es vielleicht sogar schaffen, so gemeinsam für das befreiende Evangelium und Gerechtigkeit in dieser Welt einzutreten, dann hätten wir es ja schon fast geschafft!
Nur so ein paar Gedanken :o)
Erster Gedanke: Der Vorsitzende des Aussschusses, der "Edinburgh 2010" vorbereitet hat, Andrew Anderson, sagte gestern im Rahmen des Begrüßungsabends: „Vielleicht sehen wir hier zum ersten Mal die Welt-Kirchen.“ Er meinte damit, dass es noch nie so eine Bandbreite von Kirchen, Konfessionen und Missionstraditionen gegeben habe, die gemeinsam zu einer Konferenz einladen. Orthodoxe, Anglikaner, Lutheraner, Reformierte, Methodisten, Baptisten, Siebenten-Tags-Adventisten, römische Katholiken, Evangelikale, Pfingstler und Unabhängige. - Das ist doch schon einmal was, oder?
Dann heute morgen Olav Fykse Tveit, der neue Generalsekretär des Weltkirchenrates. Er sagte bei der offiziellen Eröffnungs-Zeremonie: „Niemand braucht triumphalistische Bewegungen und Kirchen.“ -
Eine wichtige Erinnerung daran, was den Begriff 'Mission' zu einem Un-Wort gemacht hat. Mal sehen, ob es dazu ein paar hilfreiche Beiträge auf dieser Konferenz geben wird.
Und dann der Grundsatz-Vortrag von Dana L. Robert, Professorin für Weltchristenheit und Missionsgeschichte in Bosten. Sie machte Mut mit der Erklärung: „In der Lebenszeit der hier versammelten Menschen hat die Christenheit eine der größten Veränderungen in ihrer 2000-jährigen Geschichte vollzogen. Sie ist heute eine multikulturelle Religion mit Gläubigen in allen bewohnten Kontinenten.“ -
Na, wenn wir uns anfangen so zu benehmen und es vielleicht sogar schaffen, so gemeinsam für das befreiende Evangelium und Gerechtigkeit in dieser Welt einzutreten, dann hätten wir es ja schon fast geschafft!
Nur so ein paar Gedanken :o)
Das Evangelium verbreiten - was heißt das?
Zwischenbilanz am ersten vormittag. Die Eröffnungszeremonie heute morgen mit Grußworten des Generalsekretärs des ÖRK, Olav Fyske Tveit und des Direktors der World Evangelical Alliance, Geoff Tunnicliffe, ist gelaufen. Es war eine sehr schöne Zeremonie. Ebenso fand bereits der Eröffnungsvortrag der Missionshistorikerin Dana Roberts statt. Eine Phrase ist mir hängen gebliebe von heute vormittag. "Das Evangelium verbreiten" - to spread the Gospel. Was meint das heute? Ich habe nur mitbekommen, dass es heute etwas anderes heißt als vor 100 Jahren, aber dass es nach wie vor wichtig ist. Irgendwie fehlen mir die Konkretionen, ebenso wie die genaueren Begriffsbestimmungen. Heute nachmittag startet unsere Arbeitsgruppe "Christliche Mission unter anderen Religionen". Darin sollen Fragen erörtert werden wie: Was bedeutet Mission in einer religiös pluralen Welt? Und, was verändert unsere Begegnung mit anderen Religionen evtl. in unserem Missionsverständnis? Ich hoffe, dass es nun klare Positionierungen gibt bzw. dass die Verbindung, von der Friedrich gestern sprach, deutlicher werden kann.
Mittwoch, 2. Juni 2010
Erster Abend: Worum geht es bei 'Mission'?
Drüber, im großen Saal des Konferenzzentrums geht gerade die Begrüßungsveranstaltung zuende. Alle 400 Leute aus über 60 Ländern sind da. Der isländische Vulkan hat niemanden aufgehalten. Der Streik bei British Airways konnte die Ankunft einiger auch nur verzögern. Und die GB-Einreisebehörde hat wohl auch nur ein paar Delegierte aufgehalten. - Morgen früh kann es richtig los gehen!
Eines wird mir aber schon jetzt beim Durchsehen des Programms für die nächsten Tage deutlich...
Bisher ging ich - etwas vereinfacht - davon aus, dass es zwei grundsätzliche und gegensätzliche Positionen gibt:
Für die einen ist das Ziel schlicht und ergreifend, so vielen Menschen wie möglich zu berichten, dass Jesus Christus der Retter ist. Und alle, die sich davon überzeugen lassen, werden Kinder Gottes.
Die anderen sind überzeugt davon, dass wir alle, alle Menschen, schon Gottes Volk sind, und nun geht es darum, Gottes - nicht unsere eigene - Mission zu unterstützen. Mit dem Ziel, dass Gottes weltweites Volk in Gerechtigkeit, Frieden und unter Bewahrung der Schöpfung leben können.
Nun, mir scheint, die Leute, die sich hier in Edinburgh versammelt haben, sind allesamt davon überzeugt, dass sich beide Positionen verbinden lassen. Ich bin gespannt, was ich hier darüber hören werde, wie das geht!
Eines wird mir aber schon jetzt beim Durchsehen des Programms für die nächsten Tage deutlich...
Bisher ging ich - etwas vereinfacht - davon aus, dass es zwei grundsätzliche und gegensätzliche Positionen gibt:
Für die einen ist das Ziel schlicht und ergreifend, so vielen Menschen wie möglich zu berichten, dass Jesus Christus der Retter ist. Und alle, die sich davon überzeugen lassen, werden Kinder Gottes.
Die anderen sind überzeugt davon, dass wir alle, alle Menschen, schon Gottes Volk sind, und nun geht es darum, Gottes - nicht unsere eigene - Mission zu unterstützen. Mit dem Ziel, dass Gottes weltweites Volk in Gerechtigkeit, Frieden und unter Bewahrung der Schöpfung leben können.
Nun, mir scheint, die Leute, die sich hier in Edinburgh versammelt haben, sind allesamt davon überzeugt, dass sich beide Positionen verbinden lassen. Ich bin gespannt, was ich hier darüber hören werde, wie das geht!
Dienstag, 1. Juni 2010
Ein Tag vor Abflug
Herzlich willkommen! Auf dieser Seite findet ihr in den nächsten Tagen eine (fast) live-Berichterstattung zur Jubiläumskonferenz Edinburgh 2010 "Witnessing to Christ today" - "Christus heute bezeugen". Wie die Welt 100 Jahre nach der berühmten Konferenz Christus bezeugt, ob wirklich mittlerweile die ganze Welt christlich geworden ist oder ob doch noch ein paar andere Religionen an der Peripherie ausharren - all dies und noch viel mehr werdet ihr ganz bald von uns erfahren, wenn ihr regelmäßig reinlest. Wir, das sind Miriam, die derzeit in Yale weilt, und Gwen aus Hamburg.
Gwen schreibt: Morgen früh geht es los nach Edinburgh, und täglich kommen neue Last-Minute und Last-Last-Minute Informationen in die Mailbox, woran man alles denken soll und was man eigentlich schon längst hätte erledigen müssen, damit in den nächsten Tagen der Edinburgh-Konferenz alles glatt läuft. Angeblich werden wir morgen am Flughafen abgeholt und es gibt nachmittags direkt die erste Besprechung zu der Arbeitsgruppe, in der ich mitarbeite: Christian mission among other faiths. Ich bin gespannt, ob alles klappt und freue mich auf die vielen Leute, die ich größtenteils nur virtuell kenne bisher. Bis bald, morgen abend gibt es so die Technik will den nächsten Post.
Gwen schreibt: Morgen früh geht es los nach Edinburgh, und täglich kommen neue Last-Minute und Last-Last-Minute Informationen in die Mailbox, woran man alles denken soll und was man eigentlich schon längst hätte erledigen müssen, damit in den nächsten Tagen der Edinburgh-Konferenz alles glatt läuft. Angeblich werden wir morgen am Flughafen abgeholt und es gibt nachmittags direkt die erste Besprechung zu der Arbeitsgruppe, in der ich mitarbeite: Christian mission among other faiths. Ich bin gespannt, ob alles klappt und freue mich auf die vielen Leute, die ich größtenteils nur virtuell kenne bisher. Bis bald, morgen abend gibt es so die Technik will den nächsten Post.
Abonnieren
Posts (Atom)